Schnitzbrot, schwäbisch – fruitbread, swabian

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Seit vielen Jahren habe ich mir vorgenommen endlich mal an Weihnachten Schnitzbrot zu backen. Das ist eine schwäbische Spezialität die ich schon als Kind sehr gerne mochte. Das dunkelfarbige “Brot” wird aus Unmengen von Früchten und Nüssen hergestellt und dick mit Butter bestrichen gegessen. Es passt zum Frühstück, als Snack zwischendurch oder zum Adventskaffee. Man kann die fertigen Laibe bis zu 2 Monate lagern (kühl und in Folie eingewickelt) und als Geschenk macht sich ein Schnitzbrot auch hervorragend. Das Rezept ist aus verschiedenen Quellen zusammengetragen, das Beste vereint sozusagen.
Was nicht verschwiegen wird: dieses Rezept ist etwas aufwendiger. Es fällt unter mein neues Motto (das ich ab und zu beherzige): “Rezepte kochen, die absurd aufwendig sind”, aus dem Buch: Fünfzig Dinge, die erst ab fünfzig richtig Spaß machen“.

8-10 Laibe, je nach Laibgrösse

500g    Dörrbirnen ( Birnenschnitz, ganz oder halbiert)
500g    getrocknete Feigen
500g    getrocknete Zwetschgen, entsteint
400g    getrocknete Aprikosen
200g    Datteln, entsteint
etwa 1 Liter    Apfel- oder Apfel-Birnensaft
500g    Korinthen oder Rosinen
1    Tasse Rum zum bedecken der Korinten/Rosinen
je  250g     Mandeln und Haselnüsse, ganz
je 100g    Orangeat und Zitronat
2    Packungen Trockenhefe (entspricht 2 Würfeln Hefe)
1    Grosse Prise Salz
50 g    Zucker
1 TL    Ingwerpulver
1 Tüte    Lebkuchengewürz
etwas    Muskatnuss, gerieben
1    Bio Zitrone, Schale abgerieben
1000g    Dinkelmehl (Typ 1050)
1    handvoll geschälte Mandeln  zum dekorieren

Die Birnenschnitze, Feigen Zwetschgen und Aprikosen in einem Topf mit dem Saft begiessen, es sollte alles bedeckt sein. Wenn nötig etwas Wasser zugeben. Kurz auf dem Herd aufkochen, dann beiseite Stellen und einge Stunden oder über Nacht weich werden lassen. Die Korinten/Rosinen mit Rum marinieren. Orangeat und Zitronat im Blitzhacker fein hacken.

Das eingeweichte Obst abgiessen, dabei die Brühe auffangen. In einer grossen Schüssel (richtig gross!) das Mehl mit dem Zucker und der Trockenhefe und allen Gewürzen gut verrühren. Etwa 200 ml von der Brühe leicht (im kleinen Topf) anwärmen so dass sie gerade lauwarm ist, den Rest der Brühe für später aufbewahren. Diese lauwarme Brühe zum Mehlmix in die Schüssel geben und zu einem Hefteig verkneten. Den Teig etwa 45 Minuten gehen lassen. Während dessen die abgetropften Birnenschnitze in 1/2 cm dicke Scheiben schneiden, die Feigen vierteln, die Aprikosen, Zwetschgen und Datteln halbieren. Nachdem der Teig gegangen ist, die restlichen Zutaten mitsamt allen kleingeschnittenen Früchten unterkneten – das sit ein schwerer und klebriger Teig, also etwas Arbeit. Jetzt den fertigen Teig abdecken und mindestens 2 Stunden gehen lassen.

Der Teig geht nur wenig auf weil er so schwer ist. Anschliessend in etwa 500g grosse Stücke teilen und auf gut bemehltem Untergrund längliche Laibe formen. Auf ein mit Backpapier belegtes Backblech setzen, und nochmal 1 bis 2 Stunden ruhen lassen. Auf ein Blech passten bei mir je 3 Laibe. Auf die Laibe oben jeweils ein paar Mandeln dekorativ aufdrücken.
Den Backofen auf 180° C vorheizen, auf der mittleren Schiene für 45- 55 minuten backen. Das Schnitzbrot muss hohl klingen, wenn man unten klopft. Die noch heissen Laibe mit dem noch übrigen restlichen Einweichwasser einstreichen. Auf einem Gitter auskühlen lassen.

Das Schnitzbrot in Frischhaltefolie oder Weihnachtstüten gut einpacken und für ca. 14 Tage ziehen lassen. An einem dunklen und kühlen Ort (kein Kühlschrank) hält es sich bis zu 2 Monate.

2 Gedanken zu „Schnitzbrot, schwäbisch – fruitbread, swabian

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